75 Beiträge in kukikblog

75 Beiträge in »kukikblog« sind kein Grund zum Feiern (oder doch?), sondern vor allem ein Grund zum Aufräumen. Wer Ordung hält, ist zwar zu faul zum Suchen, gewinnt aber auch jede Menge an Lebenszeit. Wenn also jemand einen Beitrag aus den vergangenen 68 Monaten sucht, findet er ihn hier unter dem Titel, einem Schlagwort oder einer GL-Nummer. Viel Spaß dabei!
Ein besonderer Dank geht an Dr. Inga Behrendt für die Anregung zu dieser Liste und vor allem an Hildegard Morath-Hübner für ihr zuverlässiges Lektorieren der Beiträge und ihre zustimmenden Bemerkungen, wenn ihr ein Beitrag besonders gefiel.

Anton Stingl jun.

Titel Schlagwörter GL ediert
Wissenschaft versus Glauben? Barbara Stühlmeyer, Krystian Skoczowski, Lux aeterna, Requiem aeternam, Semiologie, Solesmes, UNA VOCE Gregorianischer Choral 2018-10-01
Drei ö-Lieder Bewahre uns Gott, Bewahrung der Schöpfung, Die Lieder des Gotteslob, Gott gab uns Atem damit wir leben, La paz del Senor, Solang es Menschen gibt auf Erden 425, 468, 453 2018-09-01
Eine „Königin“ mit Imageproblem? Amelie Tautor, Christ in der Gegenwart, CiG, Daniel Stickan, Die Klangwelten einer Königin, Karl-Heinz Göttert, Michael Gerd Kaufmann, SWR2 Cluster Orgel 2018-08-01
Verstörendes und eine Preisverleihung Godehard Joppich, Gregorianischer Choral, Jan-Eik Tulve, Vox Clamantis Preisträgerkonzert
für Godehard Joppich
2018-07-21
Fröhliche Lieder? Christ in der Gegenwart, Gregorianischer Choral, Introitus, Robert Vorholz, Zu Dir o Gott 142, 477, EG 169 Ps 8, 2/3 2018-07-17
Ist Jesus Christus noch der Herr? Hinkmar, Walter Röder 629,6
Phil 2, 6-11
2018-07-01
Osterschunkeln Albert Höfer, Die Lieder des Gotteslob, Georg Thurmair, Kirchenlied II Kl II, 37 2018-06-01
Der Fall „Georg Thurmair“ Georg Thurmair, Kirchenlied I, Kirchenlied II, Lieder des Gotteslob, O Licht der wunderbaren Nacht, Werkbuch zum Gotteslob, Wir sind nur Gast auf Erden 455, 500, 487, 551, 271, 334, 505, 529 2018-05-01
Missglückte Bergtour Konradsblatt, Peter Gerloff, Richard Mailänder, Meinrad Walter, Tabor 363, 375 2018-04-01
Amen, wir glauben Fritz Schieri, GGB 2009, Glaubensbekenntnis, Josef Seuffert 178 2018-03-01
Septuagesima Abschied vom Halleluja, Chartres, Durandus, Fastenzeit, Sonntage vor Ostern 176,2; 584,8; 175,2 2018-01-27
Ein Haifisch im II. Modus Erscheinung des Herrn, Albert Höfer, Herr der Könige der Erde, Silvestergespräche Kl II, 15 2018-01-01
Mit NGLs zum Exit Brot und Wein, neue Wege, Requiem, Silja Walter, Symbolum 77, Umweltschutz 456, 470, 468, Fr/Ro 854,
Fr/Ro 860
2017-12-01
Ein Halleluja für den Brexit anglikanische Kirche, England, For all the saints, Herr mach uns stark, Tempo 522 2017-11-01
Komm, Herr, mach mich schlau EG 170, GL 451, H moll-Messe, Heinrich Schütz. Aaronitischer Segen, Komm Herr segne uns, Lachen und Weinen 451 2017-10-01
Gegen den Strich Graduale, Köln, Marienfrede, Oberrhein, Soest, St. Gallen Illustrationen 2017-09-01
Goldene Hochzeit Peter Jansenss; Fintan O’Caroll; Christopher Walker; Petronia Steiner; Klaus Lohrbächer; Gerhard Tersteegen; Joachim Neander; Jacques Berthier; Magnificat; Martin Luther; Taizé Fr/Ro 715; 175,6; 167; Fr/Ro 744; 387; 390 2017-08-01
Stadt Land Orgel Dorforganist, Dorforgel, flotter Gesang, langsamer Gesang Orgel 2017-07-01
Singt dem Herrn ein neues Lied Adolf Lohmann. Kirchenlied II, Ars nova, Bela Bartok, Cantate, Dave Brubeck, Marienstatter Orgelbüchlein, Neues Geistliches Lied, NGL, Pentatonik 409 2017-06-01
Da pacem, Domine – Verleih uns Frieden gnädiglich Einsiedeln, Gregorianischer Choral, Joseph Klug, Martin Luther, St. Gallen 473, 475 2017-05-01
Österliches Halleluja Einsiedeln, Franziskaner, Hartker, Köln, Klosterneuburg, Medicea, Solesmes, Zwiefalten 175,2 2017-04-01
Irisches Halleluja Abschied vom Halleluja, Alleluia dulce carmen, Celtic Alleluia, Christopher Walker, Fintan O’Caroll, Irish Alleluia 175,6 2017-03-01
Martin Gotthard Schneider (1930−2017) Danke, Ein Schiff das sich Gemeinde nennt, Herr wir brauchen den Hirten EG 334, EG 169 2017-02-12
Musikalische Parallelwelten Ins Wasser fällt ein Stein, Irischer Segenswunsch, Kreuzungen, Kurt Kaiser, Möge die Straße uns zusammenführen, Neue Geistliche Lieder, NGL, Pass it on, Taizé NGL 2017-02-01
Gott loben in der Stille? Alfons Deissler, Günter Balders, Huugo Nyberg, Johann Sebastian Bach, Martin Luther, Psalm 65, zehnsaitige Harfe 399, 395, 274 2017-01-01
666 Marianische Antiphonen 666, Alma Redemptoris Mater, Ave Regina caelorum, Die Schönsten von allen, Regina caeli, Salver Regina, Wort-für-Wort-Übersetzung 666, 1-4 2016-12-01
Danke BWV 17, Chapelle de la Vigne, Danken, Danklied, Kurt Rommel, Martin Gotthard Schneider, Paul Ernst Ruppel, Rolf Schweizer 380, 382, 385, 402, 403, 405
EG 334
2016-11-01
Kein Aug hat je gespürt, kein Ohr hat mehr gehört Adolf Fichter, GL 554, Gregor Frede, Johann Sebatian Bach, Kantate Nr. 140, Orgelbuch zum Gotteslob, Philipp Nicolai 554 2016-10-01
Segne dieses Kind – in Moll oder in Dur? Erna Woll, GL 636, Lothar Zenetti, Michael Schütz, Segne dieses Kind, Sequenz 210, 490 2016-09-01
Edith Stein 1916|2016 Edith Stein, P. Beda Grundl, Psalm 61, Roman Schleischitz 439 2016-08-01
Nicht weltlich, sondern geistlich Das Jahr steht auf der Höhe, Detlev Block, Jakob Steuerlein, Mit Lieb bin ich umfangen 465 2016-07-01
Der Teufel im Gotteslob? Eugen Eckert, Eugen Keilbach, Guido von Arezzo, Hexachord, Johann Sebastian Bach, Psalm 90, Schubert Winterreise, Sergej Andrewitsch Bazuk, Tritonus 434 2016-06-01
O Licht der wunderbaren Nacht Dominantseptakkord, Herbert Voß. Hans Leo Hassler, Johannes Brinkmann, Rainer Aberle, Tonsatz, Winfried Bönig 334 2016-05-01
Osterglocken Auferstehungsfeier, Christus ist erstanden, Dominikus Johner, Erich Przywara, Magnifikat, Nun läuten Osterglocken Fr/Ro 888, Fr/Ro 798, GL 318, 525, 337, 331, 533, 334, 325 2016-04-01
Alternativen Alternativmelodie, Erhabene Dreifaltigkeit, Herr nimm uns auch zum Tabor mit, Ich steh an deiner Krippe hier, O Welt ich muss dich lassen, Pange lingua gloriosi, Preise Zunge das Geheimnis, Selig wem Christus auf dem Weg begegnet 510, 101, 213, 159, 158, 256, 258, 257, 381, 369, 275, 484, 353, 147 2016-03-01
Lux et origo Gottes Stern leuchte uns, Licht das uns erschien, Seht ihr unsern Stern dort stehen, Singen wir mit Fröhlichkeit 113, 159, 158, 259, 262 2016-02-01
Falsche Töne – Orgelsätze zum Gotteslob 2013 (2) Bocksbeutel, Gregor Frede, Harald Kugler, Kar-Heinz Sauer, Michael Prätorius, Michel Praetorius, Orgelbuch, Peter Planyavsky 230, 204, 208 2016-01-01
Die Crux mit den Kehrversen Antwortpsalm, Kantorenbuch, Kehrvers, Lesung 312,7; 454; 517; 52,1; 558,1; 717,1; 527,1; 708,1; 651,3; 649,5; 31,1 2015-12-01
Ambrosius meets Schumann Hymnus, Te Deum, Vesper 628 2015-11-01
ADORO TE DEVOTE Adoro, Gotteslob 2013, Liber Usualis, Thomas von Aquin 497 2015-08-01
Wenn wir unsre Gaben bringen Gabenbereitung, Offertorium, Priestergebete Fr/Ro 738, GL 183, 186, 184, 187, 185, 188, 189 2015-07-01
CREDO – ICH GLAUBE Alan Wilson, Credo, Credo-Lied, Glaubensbekenntnis, Karl Norbert Schmid, Maria Luise Thurmair, Singmesse 122, 179, 354, 177, 178, 180 2015-06-01
Wie hältst du’s mit der Treue? antwortpsalm.de, Antwortpsalmen, Kehrvers, Münchener Kantorale, Münsterschwarzacher Psalter,  neues-kantorenbuch.de, SCHOTT-Kantorale, Schott. 529,7;
Ps 22(21),26a; 401
2015-05-01
Eierkohlennotation vs. Quadratnotation Eierkohlen, Graduale Romanum, Gregorianischer Choral, Kyrie, Lux et origo, Neumen, Quadratnotation, Sanctus, Semiologie 113, 115 2015-04-01
Man zeige alles, was man kann – 99 Euro (Teil 3) Christian Matthias Heiß, Clemens Ganz, Das ist der Tag den Gott gemacht, Domorganisten, Franz Stoiber, Großer Gott wir loben dich, Johann Gottfried Walther, Kündet allen in der Not, Klemens Schnorr, Lobpreiset all zu dieser Zeit, Martin Bernreuther, Orgelbuch, Stefan Schmidt, Winfried Bönig 218, 243, 221, 258, 268, 329, 380 2015-03-01
Falsche Töne? – Orgelsätze zum GOTTESLOB 2013 (1) Bernard Huijbers, Erwin Horn, GL 133, GL 377, GL 422, Heino Schubert, Karl-Heinz Sauer, Orgelbuch, Orgelsätze 377, 422, 133 2015-02-01
Das neue Gotteslob-Format Domorganisten, Eigenteil, Orgelbuch, Orgelsätze, Stammteil, Vorspiele 2015-01-01
Schon zu alt für „Modisches“? Andrew Lloyd Webber, Gotteslob 188, Jesus Christ Superstar, Raymund Weber, The Last supper 188 2014-11-30
99 Euro – Teil 2 Begleitsatz, Domorganisten, Metzler-Orgel, Orgelvertretungen, Peter Planyavsky, Vorspiel 479, 482, 478, 169, 197, 188 2014-11-11
Mit 99 Euro, da fängt der Ärger an! Domorganisten, GL 530, Gotteslob, Liedbegleitung, Liedsatz 530, 529 2014-11-01
Antwortpsalm – Falsche Antwort Antwortpsalm, Kantorenbuch, Kehrvers, Lektionar, Neues Psalmenbuch Psalm 25 Fehlanzeige 2014-10-01
Kyrietropen 1 Tropen zum Kyrie 163,8; 513 2014-09-06
Atemlos durchs Gotteslob Atemzeichen 186, 143, 332, 360 2014-09-01
Zieh an die Macht, du Arm des Herrn Kampf, political correctness, Thurmair 304 (GL 1975) 2014-08-03
Wer hat mein Agnus Dei geklaut? Agnus Dei, Credo, Sanctus 133, 136, 139, 203, 204, 208, 202, 205, 206, 207 2014-07-01
Das Neue am „Gotteslob“ Grafische Gestaltung, Margarethe Hopf, Romantik, Tanzen. 535, 568, 502, 545, 238, 336, 383, 489, 187, 145, 388, 418, 387, 93, 553, 323, 327, 330, 462, 331 2014-06-03
Meine Gesangbücher Magnifikat 1929, Kirchenlied 138,Magnifikat 1960, Kirchenlied II 1967, Gotteslob 1975, Beiheft zum Gotteslob 1985 2014-05-01
Zeige uns, Herr, deine Allmacht und Güte Freylinghausen 272 2014-04-01
Neue Lieder – alte Lieder Gottes Opferbrand, Statistik 382, 371, 250, 411, 359, 338, 547, 198, 224, 360, 261, 225, 383, 453, 259, 274, 430 2014-03-02
Und suchst du meine Sünde Schalom Ben-Chorin 274 2014-02-01
Stern über Betlehem Alfred Hans Zoller, She von Groov Coverage 261 2014-01-01
Wir ziehen vor die Tore der Stadt Tore, Vor-die-Tore-der-Stadt-Ziehen 225 2013-12-01
Nun sich das Herz von allem löste Jochen Klepper, Hans Jacob Hǿjgaard 509 2013-11-05
Wachet auf, ruft uns die Stimme Omnia habent tempora sua – Alles hat seine Zeit?

Geprägte Zeiten

554 2013-10-01
Choral am Ende der Reise Das neue Gotteslob auf Titanic-Kurs, Näher mein Gott zu dir 502, 241, 242, 228, 222, 94, 96, 482, 548, 552 2013-09-01
Singt unserm Gott, ja singt ihm, spielt im ein kunstvolles Lied! Kehrverse zu Psalmen im Gotteslob 48,1; 44,1; 72,1; 54,1; 664,5; 633,3; 80,1; 64,1 2013-08-01
Ehre sei Gott in der Höhe Hans Haselböck 166 2013-07-01
HALLELUJA, HALLELUNEIN Gotteslob, Gregorianischer Choral, Halleluja 174,3; 174,5; 174,7-8; 175,2, 175,4-5; 176,2; 584,8; 174, 2013-06-18
Ich seh empor zu den Bergen Lied ohne Worte Fr/Ro 847 2013-06-01
Atme in uns, Heiliger Geist Atme in uns Heiliger Geist, Esprit de Dieu, three chords 346 2013-05-01
Jesus lebt, mit ihm auch ich Christian Fürchtegott Gellert 336 2013-04-01
Holz auf Jesu Schulter Kyrie eleison 291 2013-03-01
Heilig, heilig, heilig Gott Oliver Sperling, Clangat hodie 200 2013-02-18
Seliger aus unsrer Mitte Bernhard von Baden, Großer Führer, Lob sei Gott der uns im Glanze Fr/Ro 910 2013-02-18
Kunst und Kitsch im Kirchenlied Magnifikat, Münsteraner Gesangbuch, Kirchenlied I, Gotteslob 2013-02-18

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Wissenschaft versus Glauben?

In der katholischen Zeitung „Die Tagespost“ vom 6. 6. 2018 berichtet die Hildegard-Forscherin Barbara Stühlmeyer, die als Oblatin des Benediktinerinnenordens ein besonderes Verhältnis zum Gregorianischen Choral hat, von einem musikalischen Projekt in Liechtenstein, bei dem der Kirchenmusiker Krystian Skoczowski mit der Schola „Lux aeterna“  im Laufe eines Jahres die Gesänge der Messe für Verstorbene einstudierte. Skoczowski gilt bei der Vermittlung des Gregorianischen Chorals als Anhänger der Zwei-Methoden-Theorie. Für Laien präferiert er die herkömmliche Aufführungspraxis nach der Schule von Solesmes, den Profis ist jene Interpretation vorbehalten, die sich auf die Semiologie beruft, wobei Skoczowski gleichzeitig in seinem großen Artikel „Möglichkeiten und Grenzen der gregorianischen Semiologie in der liturgischen Aufführungspraxis”, der 2011 in der katholischen UNA VOCE Korrespondenz erschien, bezweifelt, dass die Semiologie das überhaupt leisten kann, was sie verspricht. Seine Hörerlebnisse in den Klöstern Marienstatt im Westerwald und Clervaux (Luxemburg) bringt er mit folgender Aussage auf den Punkt: „Hier bringen Menschen nicht Forschungsergebnisse, sondern ihren Glauben zum Klingen.“  Das Paradoxe daran ist, dass der Gesang der Mönche aus diesen Klöstern ebenfalls auf Forschungsergebnissen beruht, die allerdings bereits 150 Jahre alt sind. Am Beispiel des Introitus Requiem æternam aus der Messe für Verstorbene soll hier ein Überblick über die Forschungen gegeben werden, die seit jener Zeit unternommen wurden.

Nach dem Konzil von Trient 1577/78  erschien als Privatausgabe 1614 das Graduale de tempore, das unter dem Namen der Druckerei Medicæa bekannt wurde. Es wurde in Deutschland vom Verlag Pustet in Regensburg bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts nachgedruckt.

1614 Medicaea

Graduale de Tempore (Medicæa) 1614

Nach der Wiedergründung des Klosters St-Pierre in Solesmes 1833 waren die Mönche bestrebt, die ursprünglichen Melodien des Gregorianischen Chorals wiederzuentdecken. Ihre Forschungen und ihr Bemühen um Restitutionen fanden ihren Niederschlag im Liber Gradualis von Dom Pothier 1883. Beim Introitus Requiem æternam wurden gegenüber der Medicæa folgende Veränderungen vorgenommen: aeternam Verdoppelung von sol, dona eis andere Textunterlegung, Domine Antizipation und andere Textunterlegung, perpe-tua andere Textunterlegung, lu-ce-at je ein Ton weniger.

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Liber Gradualis 1883

Da der Verlag Pustet 1908 mit seiner Medicæa-Ausgabe den Wettlauf mit derjenigen von Solesmes verlor, mussten beim Erscheinen des neuen Graduale Romanum (Editio Vaticana) die Sänger und Sängerinnen notgedrungen umlernen.

1908 Vaticana

Graduale Romanum (Editio Vaticana) 1908

Das Kloster in Solesmes gab in der Folge eine eigene Privatausgabe des Graduale Romanum heraus, die mit eigenen – zum Teil choralfremden – Angaben versehen waren: Der Punkt, die mora vocis zum Verweilen der Stimme, das Episem, ein waagrechter Strich, zur Dehnung eines Tones und der Ictus, ein senkrechter Strich, der eine Solesmenser Theorie von Solesmes zum zum Rhythmus des Gregorianischen Chorals stützen sollte. Spätestens seit dem Erscheinen des neuen Antiphonale 2005 hat sich Solesmes von dieser Theorie verabschiedet und druckt die Zeichen nicht mehr. Es erübrigt sich also, weiter von ihnen zu reden.

1979 Solesmes

Neuausgabe Solesmes 1979

Als nach dem zweiten Vatikanischen Konzil eine neugeordnete Ausgabe des Graduale Romanum notwendig wurde, trug P. Rupert Fischer zu Studienzwecken in diese Ausgabe von 1979, das sogenannte Graduale Triplex,  die Neumen von St. Gallen und Laon (Ende 9. Jh./Anf. 10. Jh.) ein, bei den St. Galler Neumen vorzugsweise die des Cantatoriums 159 (um 922-925) und des Graduale Einsiedeln 121 (um 960‒970). Da der Introitus Requiem æternam ein vergleichsweise junger Gesang ist, ist er nicht in allen alten Handschriften enthalten. Deshalb wählte P. Rupert außer der Handschrift Laon die St. Galler Handschrift 339 (um 980/1000).

1979 Triplex

Graduale Triplex 1979

Die Neumen im Graduale Triplex zeigen bei e-is und et lux perpetua luceat Differenzen mit der Quadratnotation an. Deshalb sahen die Mitglieder der Gruppe „Melodierestitution“ der deutschsprachigen Sektion der Internationalen Gesellschaft für Studien des Gregorianischen Chorals hier Handlungsbedarf.

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Graduale Novum 2011

Da die Handschrift aus Laon ca. 100 Jahre älter ist als St. Gallen 339, restituierte man an den oben genannten Stellen nach Laon.

Bleibt noch Skoczowskis Stoßseufzer in seinem Artikel in der UNA VOCE Korrespondenz: „Hinzu kommt das praktische Problem, dass die Sänger … neben dem lateinischen Text, dem Quadratnotentext und dem Dirigat auch mindestens eine Neumenschrift gleichzeitig mitverfolgen müssen.“ Nach 27 Jahren Erfahrung mit der Choralschola Freiburg – garantiert alles Laiensängerinnen und Laiensänger –  kann ich versichern, dass es keine Leseschwierigkeiten gab. Im Gegenteil, bei Gesängen ohne Neumen fehlten der Schola wichtige Informationen. Allerdings war die Neographie von http://www.gregor-und-taube.de eine große Hilfe, um das Auge zu entlasten. Weil aber im Graduale Novum aus wissenschaftlichen Gründen zwei Neumenschriften abgedruckt sind, die sich nur an wenigen Stellen unterscheiden, kann sich dort die Neographie jeweils nur auf eine der beiden Neumenschriften beziehen. Ich habe mir deshalb erlaubt, im Introitus Requiem æternam an diesen Stellen die Neumen von Laon in St. Galler Neumen zu „übersetzen“.

Zum Schluss muss noch über die wichtige Frage gesprochen werden, was der Gregorianische Choral eigentlich soll? Soll er „Türöffner zur katholischen Tradition sein“ oder „den Glauben zum Klingen bringen“? Die Kirche jedenfalls gibt in ihrer Liturgiekonstitution ein höheres Ziel vor, „nämlich die Ehre Gottes und die Heiligung der Gläubigen“. Und dazu dient keine „erleichterte“ Choralversion, die man mit dem großen Konvent von Solesmes singen kann. Hier zählt nur das unermüdliche Streben, der ursprünglichen Gestalt des gregorianischen Gesangs möglichst nahe zu kommen. Nur die Neumen zeigen den richtigen Weg, um den Text der Bibel sinngemäß zum Erklingen zu bringen. Ein paar Beispiele aus dem Introitus sollen das beweisen. Das Episem über der Virga am Anfang bereitet die Ruhe (requiem) vor, nach welcher der Akzentpes erst erklingen darf. Denselben Effekt hat der Salicus mit Episem vor der Akzentsilbe von aeternam. Der Epiphonus vor lux bewirkt durch Antizipation bei gleichzeitiger Verzögerung, dass das Licht umso stärker leuchten kann. Ebenso verzögert der augmentativ liqueszierende Pes die Akzentsilbe von perpetua, um dem „Immerwährenden“ Ausdruck zu verleihen.

Wenn zum Schluss des Berichtes „Hören, Singen und Glauben“ von Barbara Stühlmeyer zu lesen ist, dass sich Krystian Skoczowski „mit der gesamten Bandbreite der Tradition auskennt“, so ist zu hoffen, dass er den Satz von Thomas Morus nicht außer Acht lässt: „Tradition ist nicht das Halten der Asche, sondern das Weitergeben der Flamme“.

Anton Stingl jun.

Drei ö-Lieder

Ferienzeit – Urlaubszeit auch für Organisten! Deshalb gab es für mich am 19. Sonntag im Jahreskreis (Lesejahr B) Gelegenheit zu zwei Orgelvertretungen in anderen Kirchen. Auf dem Liedzettel standen statt der erwarteten Vorschläge zu Eröffnung, Gabenbereitung und Dank, die sich in erster Linie auf das Thema „Brot“ in den Lesungen des Sonntags beziehen sollten, zu meiner Überraschung drei Lieder mit dem Logo „ö“, die zufälligerweise alle drei auf evangelischen Kirchentagen bekannt wurden: Solang es Menschen gibt auf Erden 1975 in Frankfurt am Main, Gott gab uns Atem, damit wir leben 1983 in Hannover und Bewahre uns, Gott 1985 in Düsseldorf.

Mit seiner Melodie  von Tera de Marez Oyens-Wansink, die außer in der dritten Zeile nur aus fünf Tönen besteht, und seinen eleganten Synkopen ist das Lied Solang es Menschen gibt auf Erden mit dem Text von Huub Osterhuis seit seinem Erscheinen im Gotteslob 1975 einzigartig. In der Ausgabe von 2013 wollten die Herausgeber der zunehmenden Überalterung der Katholiken Rechnung tragen und setzten deshalb die Melodie einen Ton tiefer. Offenbar blieben aber die Bearbeiter des Orgelbuchs standhaft und ließen es bei der Originaltonart F dur. Das „Rufen“ in der 5. Strophe muss sich Gehör verschaffen. Es gibt sogar zwei Begleitsätze, als Satz B den Satz aus dem alten Orgelbuch, der so wunderbar zur Melodie passt, und einen neuen Satz A für diejenigen, die es etwas schärfer gewürzt mögen. In der stimmigen Übertragung von Dieter Trautwein, die das Evangelische Gesangbuch unter der Rubrik ‚Erhaltung der Schöpfung‘ einordnet, ist in der vierten Strophe sogar noch ein kleiner Bezug zur Sonntagsliturgie zu finden: Brot, das uns vereint.[1]

Den Bearbeiter der Liedvorschläge für den 19. Sonntag hat das Thema ‚Bewahrung der Schöpfung‘ offenbar besonders stark beschäftigt. So hat er mit Gott gab uns Atem, damit wir leben versucht, das Thema ‚Gabenbereitung‘ abzudecken. Gaben Gottes sind Atem, Augen, Ohr, Worte, Hände, Füße. Aber sind diese Gaben bei der Gabenbereitung gemeint? Etwas überraschend ist auch die Rede von der möglichen Zerstörung der Erde durch Gott. „Gut gemeint, aber poetisch nicht zu Ende gemachter Versuch.“[2]

Bei der Notation der Melodie fällt auf, dass die Taktstriche falsch gesetzt sind. Die Silbe nach dem Taktstrich trägt nach allgemeiner Überzeugung die stärkste Betonung. Obwohl ich bestimmt gottgläubig bin, liegen die Hauptbetonungen nicht bei Gott, sondern bei Atemleben / Augensehn / diesegegeben / ihrbestehn. Dann entfalten auch die rhythmischen Zutaten, die Bruckner-Triole in der zweiten Zeile und die beiden Synkopen in der vierten und sechsten Zeile, am rhythmisch richtigen Platz ihre Wirkung.

Mit Bewahre uns, Gott stammt das vorgeschlagene Danklied mit Text und Melodie aus der völlig falschen Kiste. Das Lied mit dem ursprünglich spanischen Text La paz del Señor entstand 1968 im Horizont der Friedensbewegung und ist von argentinischen Volksweisen beeinflusst. Die deutsche Übertragung von Jürgen Eckert ist besonders bei We-geeeeen, Lei-deeeeen, Bö-seeeeen und Se-geeeeen nicht gelungen. Die Zeile Sei Hilfe, sei Kraft, die Frieden schafft hieß ursprünglich Sei Willen und Kraft, die Frieden schafft. Diesen grammatikalischen Fehler konnten Germanisten nicht dulden. Da schafft sich auf Kraft reimen muss, musste Willen weichen. Willen hätte viel besser die Verbindung dieser Zeile zur Vaterunserbitte gezeigt: sei mit uns vor allem Bösen.

Auch wenn das Lied bei der öffentlichen Trauerfeier für die Opfer des Amoklaufs in Winnenden am 11.03.2009 gesungen wurde, ist es aus drei Gründen als Danklied der Messe ungeeignet. Der Text ist kein Danklied, wie man in der Rubrik ‚Lob, Dank und Anbetung‘ von Te Deum laudamus – Großer Gott, wir loben dich bis Erde, singe nachprüfen kann. ‒ Vorsicht! Unter den Liedern sind zwei blinde Passagiere aus der Schubert-Messe versteckt. ‒ Zweitens verkörpert das Lied den Typ des Segensliedes – Gib Herr, uns deinen Segen –, der in der Zeit der Aufklärung in den deutschen Singmessen verkörpert wurde und der heutzutage nicht mehr zur Messliturgie gehört. Und drittens, wenn bei Bewahre uns, Gott im Spanischen der Optimismus eines Aufbruchsliedes herrscht, dann ist im Deutschen die Stimmung wehmütig wie vor einem schweren Weg.[3] Da nützt auch der Sonntagsgruß des Priesters nichts mehr.

Anton Stingl jun.

[1] Mehr zu diesem Lied – eines meiner Lieblingslieder – findet sich im Artikel von Michael Pfeifer in: Die Lieder des Gotteslob, S. 1030ff.

[2] Ansgar Franz und Elke Liebig in: Die Lieder des Gotteslob, S. 376.

[3] Christiane Schäfer und Hermann Kurzke in: ‚Die Lieder des Gotteslob‘, S. 80ff.

Eine „Königin“ mit Imageproblem?

Davon ist Amelie Tautor, Redakteurin der katholischen Wochenzeitschrift „Christ in der Gegenwart“ überzeugt. Der ökumenischen Ausrichtung der Zeitschrift folgend hat sie im „wunderschönen Monat Mai“ zum Thema Orgel diverse Artikel im Monatsmagazin „Zeitzeichen“, Evangelische Kommentare zu Religion und Gesellschaft (Zz) gelesen und ihre Erkenntnisse in CiG (26/2018, S. 283f.) unter der Überschrift „Die Klangwelten einer ‚Königin‘“ zusammengefasst. Die Redakteurin beschäftigte sich in der Vergangenheit mit ganz unterschiedlichen Themen wie „Geld für alle“ (CiG 31-05-16), „Seichte Lieder oder brennende Herzen?“ (Musica sacra 2016/05), „Vom Reden und Schweigen in der Kirche“ (CiG 35/2016). Amelie Tautor studierte in München Politische Wissenschaft, Neuere und Neueste Geschichte und Kommunikationswissenschaft und absolvierte anschließend ein Volontariat beim Evangelischen Presseverband für Bayern.

Im orgelgeschichtlichen Teil ihres Aufsatzes zitiert Amelie Tautor aus dem Artikel „Orgel historisch“ (Zz 31-05-18) des Kölner Germanistikprofessors Karl-Heinz Göttert, der unlängst ein Buch mit dem phänomenalen Titel „Die Orgel. Kulturgeschichte eines monumentalen Instruments“ herausgebracht hat.  Martin Hagen urteilt in SWR2 Cluster über das Buch: „Eine unterhaltsame Lektüre ohne Belehrung und wissenschaftlichen Ballast.“ Ich muss zu meiner Schande gestehen, dass das Bilderbuch seit Weihnachten ungelesen auf meinem Nachttisch liegt. Zur Rolle der Orgel ergänzt Amelie Tautor die Ausführungen Götterts mit der Bemerkung „Daneben wird sie [die Orgel] aber auch genutzt, um durch ihre starken Klänge ein Gefühl der Festlichkeit zu erzeugen, etwa wenn der Klerus in die Kirche einzieht“. Das Gleiche gilt natürlich auch für den Auszug. Erzbischof Conrad Gröber in Freiburg „bestellte“ sich regelmäßig mitten im Gottesdienst über seinen Zeremoniar als „starke Klänge“ zum Auszug des Klerus die « Pièce héroïque » von César Franck bei seinem Domorganisten Dr. Carl Winter.

Aus dem Artikel die „Orgel als Weltkulturerbe“ des Heidelberger Professors für Musikgeschichte, Michael Gerhard Kaufmann (Zz 31-05-18) wird der Satz zitiert: „Wenn die Unesco als internationale Organisation, die weder religiös noch staatlich gebunden ist, die Orgel so wertschätzt, lässt sich gegenüber kirchlichen und kommunalen Verwaltungen ganz anders argumentieren“. Bei aller Freude, dass Orgelbau und Orgelmusik in Deutschland dieselbe Würdigung erfahren hat wie die Pizzabäckerei, so vermute ich, dass Michael Kaufmann mit seinem Antrag an die Unesco handfeste Absichten hatte, die im Artikel von Tautor auch genannt werden: „Die Restaurierung einer Orgel sei teuer, und oft lockten ausländische Firmen mit Dumpingpreisen“. Germany first!

Kaufmann spricht auch das Nachwuchsproblem bei nebenamtlichen Kirchenmusikern an und vermutet, dass dies am Lebensstil der Menschen liegt, die sich nicht dauerhaft und verbindlich verpflichten wollen. Vielleicht liegt es aber auch an ganz praktischen Dingen. Wird von den Kirchen gratis Orgelunterricht angeboten? In den 70er-Jahren des vorigen Jahrhunderts hatte ich in Bühl (im ländlichen Raum!) in einem Jahr 30 Anmeldungen zum kostenlosen Orgel-Kurs; 20 konnte ich neben meinem Schulunterricht annehmen. Doch ich musste die Orgelschüler leider im 20-Minuten-Takt wie am Fließband abfertigen. Werden auch genügend Übemöglichkeiten angeboten? Ich beobachte in meiner Kirche, dass übewillige C-Schüler vor der Kirche stehen, weil nicht rechtzeitig aufgeschlossen wird. Der Zugang zur Orgel sollte den Übenden offen sein. Ich persönlich erinnere mich an Konflikte mit Putzfrauen, Mesnern und sogar mit der Polizei, weil die Fenster nicht geschlossen waren und die Anwohner sich beschwerten. Interessant finde ich die Feststellung, „dass man eigens in die Kirche gehen muss, um Stücke einzuüben“. Man muss übrigens nicht „nur Stücke“ einüben, sondern auch die Liedbegleitung und die Bedienung der unterschiedlichen Liedanzeiger. Vor allem das „Strophen picken“ will gelernt sein. Zum Thema „jeden Sonntag früh aufstehen“ nur so viel:  Als Ministrant begann die Woche am Montag um 6.15 Uhr. Während meines Studiums hatte ich regelmäßig bei Seelenämtern um 7.00 im Freiburger Münster in Personalunion gregorianisch zu singen und mich zu begleiten. Bei meiner ersten Stelle in St. Ulrich/Bollschweil begann der Sonntag stets um 7.00 Uhr mit der Frühmesse und einem anschließendem Frühstück im Pfarrhaus, danach wurde um 10.00 Uhr regelmäßig das Amt mit dem Kirchenchor gefeiert. Heute hat sich die Bedeutung des Begriffs Frühmesse stark verändert. Der nächste Termin der Band „Frühmessler“ aus St. Martin in Sinzheim ist am 23.09.2018 um 10.30 Uhr!

Die wahren Ursachen für die mangelnde Wertschätzung der „Königin der Instrumente“ – nach Mozart „des Königs aller Instrumente” – kennt der Kirchenmusiker Daniel Stickan. Seine professionell gestaltete Website [http://stickan.org/] erklärt, was Stickan unter Neuer Kirchenmusik versteht. Ob aber seine Rezepte die Misere beheben, die Amelie Tautor unter der Überschrift „Organisten – fern der Gemeinde“ schildert, glaube ich nicht. Ich zitiere nur Stichworte: „typischer Gottesdienst am Sonntagmorgen, in den Bänken überwiegend nur eine Handvoll alter Menschen, Gesang kläglich, Organist weit entfernt auf der Empore, kein Kontakt zwischen Musiker und Gemeinde, beim Vorspiel wegen Fülle der Schnörkel und Triller Melodie nicht zu erkennen [Wenn die Autorin öfters hier wäre, würden sie die Melodie kennen!], leise und einfühlsame Töne fehlen, langatmiges Vorspiel ermüdet, Gemeindegesang verliert sich unter Orgelklängen, Gefühl der Unterdrückung unter bombastischen Brausen der Klänge, Gegenrezept: E-Piano im Altarraum.“ Abgesehen davon, dass diese Vorwürfe uralt sind, habe ich den Verdacht, dass Amelie Tautor noch einen weiteren Beitrag aus den „Zeitzeichen“ in ihrem Artikel verwertet hat: Konrad Klek und Stephan Kosch, Pro und Contra – Brauchen wir die Orgel im Gottesdienst? (Zz 27-05-18).

Für das Folgende sollten wir einmal zwischen Orgelmusik für den katholischen und den protestantischen Bereich und für Orgelkonzerte sauber trennen. Welche der im Artikel genannten zeitgenössischen Kompositionen Olivier Messiaen, Pierre Cochereau, Wofgang Rihm oder Isabel Mundry passen in welche Kiste? Entschuldigen Sie bitte, dass ich nur die katholische Kiste berücksichtigen kann, da ich nur wenige Gelegenheit hatte, in evangelischen Kirchen Vertretungen anzunehmen. Von Messiaen habe ich „Le banquet céleste“ zur Kommunion und „Apparition de l’Église Éternelle“ zum Auszug gespielt. Die übrigen Orgelwerke gehören wohl eher ins Konzert. Außerdem hat Messiaen selsr sehr traditionell in St-Trinité in Paris gespielt. Von Cochereau gibt es nur wenige Kompositionen, dafür zahlreiche Transkriptionen seiner Improvisationen, alle für den Konzertbereich. Die Orgelwerke von Wolfgang Rihm auf der letzten CD sind sicher nicht für die Liturgie entstanden (z.B. Siebengestalt für Orgel & Tamtam). Von Isabel Mundrys „Innenräumen“ habe ich bisher nichts gewusst. Der Beschreibung entnehme ich, dass es sich nicht um liturgische Musik handelt. Die Förderung moderner Komponisten in der evangelischen Martinskirche in Kassel, in der katholischen Kunst-Station Sankt Peter Köln und beim vom SWR gesponserten Festival Europäische Kirchenmusik in Schwäbisch Gmünd betrifft nur repräsentative Werke, mit denen man Staat machen kann, was für die Veranstalter wichtig ist.

Warum sind Orgelstücke von den fünf genannten Komponisten „zu beliebt und verlockend bequem“? Von den 220 Stücken von Bach fallen mir nur die Toccata d moll BWV 565 und die Bearbeitung von „Jesus bleibet meine Freude“ BWV 147, beide nicht bequem zu spielen. Ich trainiere z.Zt. Präludium („Bach-Walzer“) und Fuge C dur BWV 547. Welche von den 89 Orgelwerken des Dieterich Buxtehude beliebt sind, vermag ich nicht zu sagen. Ich spiele gerade Toccata F dur BuxWV 157. Bei Christian Heinrich Rinck muss ich passen. Der thüringische Enkelschüler von Johann Sebastian Bach ist mir nur in obskuren Sammlungen begegnet. Auch von Camille Saint-Saens kann ich in meinem Repertoire nichts finden. An Max Reger kommt keiner vorbei. Zumal er außer den großen und schweren Choralfantasien auch Stücke für die „zweite Reihe“ komponiert hat, wie Toccata und Fuge op. 59, Nr. 5 & 6.
[https://www.youtube.com/watch?v=qja_YELGOSA]
Was ist daran schlecht, wenn ich nach dem „Bach-Walzer“ als Postludium von Gemeindemitgliedern gefragt werde, „was war das für ein tolles Stück heute?“ Haben wir Organisten nicht nach Robert Schumann eine wichtige Aufgabe zu erfüllen: „Schlechte Kompositionen musst du nicht verbreiten“?

Was soll also die Umerziehungsaktion zur zeitgenössischen „qualitativ hochwertigen“ Orgelmusik? Tautor zitiert selbst, es „bedarf einer gewissen Bereitschaft in den Kirchengemeinden erstens mental und zweitens intellektuell diese aufnehmen zu wollen“. Zu „mental“ bietet mir Word folgende Synonyme an: in Gedanken, geistesabwesend, verträumt und zu „intellektuell“: geistig, gebildet, intelligent, urteilsfähig, verstandesmäßig. Da Word kein Latein kann, muss man für „mental“ noch die Bedeutungen geistig, bedächtig und sinnlich hinzufügen. Tautor stellt also recht hohe Anforderungen an den Bildungsgrad einer Pfarrgemeinde. Doch nicht der IQ ist entscheidend für die Zugehörigkeit zur Gemeinde, sondern das Bekenntnis zum Glauben. Ein Totschlagargument, ich weiß! Aber was antwortet man, wenn ein Schüler nach dem Anhören von Dt 31,6 von Dieter Schnebel zu seinem Musiklehrer sagt: Wie kann man so etwas komponieren, wenn einem der liebe Gott gesunde Sprechwerkzeuge geschenkt hat? [https://www.youtube.com/watch?v=y4nX3mpIcWw]

So landen wir schließlich bei Pop und Jazz. Jazz ist für die meisten zu anspruchsvoll, gerade weil er sich laut Stickan für Experimente eignet: „Er ist eine globale Musik mit einer spirituellen Geschichte, die zu einer theologisch fruchtbaren Vision von Kirchenmusik taugt.“ Der Pop hat ja schon lange in den Kirchen Einzug gehalten, die vielen NGLs und die entsprechenden „Gospelchöre“ (früher schlicht „Singgruppen“) beweisen das. Das meiste davon ist leider Schrott, textlich wie musikalisch. Das abschließende Zitat von Stickan: „weniger Ideologie – mehr Experiment … Qualitätsbewusst, traditionsbewusst, aber auch mit Forschungsdrang und Neugier auf Gottes wehenden Geist“ bleibt leider frommer Wunsch, wenn nur Worthülsen produziert und keine konkreten Vorschläge gemacht werden.

Anton Stingl jun.

Verstörendes und eine Preisverleihung

Nach dem Konzert der Gruppe Vox Clamantis unter der Leitung von Jaan-Eik Tulve am 18. Juli 2018 in der Augustinus-Kirche in Schwäbisch Gmünd wurde dem Gregorianik-Forscher Godehard Joppich der diesjährige Preis der Europäischen Kirchenmusik verliehen. [1] Leider konnte Godehard Joppich (geb. 1932) den Preis nicht persönlich entgegennehmen, weil sein Gesundheitszustand dies nicht zuließ und zum größten Bedauern seine Frau vor wenigen Tagen verstorben war.

Ich wage zu bezweifeln, ob er mit der Auswahl und der Interpretation des Gregorianischen Chorals, wie sie das Ensemble Vox Clamantis bot, völlig einverstanden gewesen wäre. Zwar begann das Konzert mit vier Antiphonen aus der Laudes und Psalmen aus der Vesper am Fest des hl. Michael, die in dem von Godehard Joppich herausgegebenen Kodex Hartker (um 1000) zu finden sind. Doch man traute offenbar dem Publikum nicht zu, die ca. 40 Psalmverse ohne Begleitung zu ertragen. So wurde ein elektronischer Sound aus Geräuschen und Klängen gemixt, um die Hörer vom Aufnehmen der Psalmworte abzuhalten. Dennoch blieb nicht verborgen, dass in der Doxologie dem Spirítui Sancto, dem Heiligen Geist, nur in den beiden Psalmen im siebten Ton die richtige Betonung zuteilwurde, in den anderen erklang fälschlicherweise Spíritúi.

Aus dem Bereich des Messpropriums wählte man nicht die von Joppich bei seinen Forschungen so bevorzugten Gesangsteile Introitus oder Communio sondern zwei Vertreter der jüngsten Gattung des Gregorianischen Chorals, den Alleluia-Vers „Laetatus sum“ vom zweiten Adventssonntag und den Vers „In omnem terram“, der nicht zum Graduale Romanum gehört und in alten Handschriften entweder dem Fest des hl. Jakobus oder dem Evangelisten Matthäus zugeordnet wird. In beiden Alleluia-Versen verzichtete man auf den für den Gregorianischen Choral so typischen Wechsel zwischen Kantor und Schola (= kleinem Chor). Dadurch ging viel vom Rhythmus verloren, der in den Handschriften durch Episeme (= waagrechte Strichlein), Buchstaben und Liqueszenzen (= Veränderung der regulären Neumen) geregelt ist. Auch hier wurde der Gesang durch elektronisch erzeugte Geräusche und Klänge „untermalt“.

Den „Höhepunkt des Dialogs zwischen Mittelalter und Moderne“ bildete der Tractus „Domine, exaudi“ vom Karfreitag. Der Computer „produziert Störgeräusche und imaginäres Donnergrollen und umgibt den alten Gesang … mit einer endzeitlichen Klangkulisse“, begeistert sich die Journalistin in der Gmünder Tagespost. Hier offenbart sich das grundsätzliche Missverständnis: Die Musik des Gregorianischen Chorals ver-tont nicht den Text, sondern be-tont ihn. Aus der richtigen Betonung erschließt sich der Text für die Ausführenden und der Funke springt dann auch auf die Zuhörer über.

Bei der Allerheiligenlitanei schließlich gewann der Laptop die Oberhand über den Gregorianischen Choral. Was für die Osternacht vor einer Kindstaufe sinnvoll ist, alle Heiligen um ihren Beistand für das kleine Kind zu bitten, wird für ein Konzert sinnlos bzw. reine Folklore, wenn die vier Töne der Litanei in zwei Formeln endlos wiederholt werden. Da muss natürlich mit Elektronik kräftig nachgeholfen werden.

Den Gregorianischen Choral als ältesten abendländischen Gesang aus seinem liturgischen Kontext zu reißen und ihn konzertant darzubieten, kann nur dann befriedigend gelingen, wenn die Gesänge zueinander in einem textlichen Zusammenhang stehen und dieser durch geistliche Lesungen vertieft wird.

Anton Stingl jun.

[1] Betörendes und eine Preisverleihung. Überschrift in der Gmünder Tagespost am 20. Juli 2018.

Fröhliche Lieder?

Unter dem Titel „Das gesungene Lob“ veröffentlichte der Schweizer Theologe für Exegese des Neuen Testaments Dr. Robert Vorholz in der Wochenzeitschrift „Christ in der Gegenwart“ Nr. 28 am 15. Juli 2018 einen Beitrag, der mit dem schönen Satz beginnt: „Zu Beginn der Eucharistiefeier wird meistens ein fröhliches Lied gesun­gen.“ Nach der Lektüre brauchte ich dringend frische Luft und brach zu einer Schwarzwaldwanderung auf. Unterwegs verdichtete sich das Gelesene zu einem Limerick.

Wie sollen wir Gott richtig loben,
zum Einzug ein Lied fröhlich proben?
Mit Schlager und Hit?
Ich mir das verbitt‘,
da werden die Völker doch toben! (Ps 2,1)

Die „Schlager″, die hier genannt werden (GL Nr. 477 oder 142), können mindestens musikalisch nicht als solche erkannt werden. Sie sind eher als Lückenbüßer zu sehen, wie jener Hinweis in den Antiphonarien des 8./9. Jahrhundert, wenn die Liturgie keinen passenden Text vorgab: « Quale volueris » ‒ „Was du willst“. Eigentlich ist „Zu Dir, o Gott, erheben wir die Seele mit Vertrauen“ (Nr. 142) der liturgiegemäße Einzugsgesang zum 1. Adventssonntag: Ad te levavi animam meam am Beginn des neuen Kirchenjahres. Das wird nicht immer so passen, aber man sollte möglichst oft das „Was du willst“ vermeiden und sich am lateinischen Introitus oder an den Lesungen des Tages orientieren. Die Kategorie „fröhlich“ taugt vielleicht für Kindergottesdienste (vgl. Martin Gotthard Schneider, Der Gottesdienst soll fröhlich sein, EG Nr. 169).

Die Formulierung „Wer es klassisch mag“ wird z.B. in der Welt der Küche, der Mode, der Musik, des Hundegeschirrs, der Schokolade, der Hotels und überall dort verwendet, wo es auf den Geschmack, also auf ein subjektives Werturteil ankommt. Wer auf den Gregorianischen Choral „schwört“, weiß sich einer Musik verbunden, die in dieser Form um  750 als Liturgiegesang der Kirche geschaffen und in ganz Europa verbreitet wurde. Nach dem allmählichen Niedergang des Gregorianisch Chorals begannen die Mönche von St-Pierre in Solesmes mit einer Restitution, die im Graduale von 1908 ihren Niederschlag fand. Das zweite Vatikanische Konzil (1963) setzte den Gregorianischen Choral erneut an den ersten Platz in der Liturgie und forderte eine kritische Ausgabe der zugehörigen Bücher. Diese Ausgabe wird mit dem Erscheinen von Band II des Graduale Novum im Oktober dieses Jahres abgeschlossen sein. So also sehen die „Bahnen einer altehr­würdigen liturgischen Tradition“ aus. Übrigens: „einen gregorianischen Choral“ gibt es nicht. Gregorianischer Choral ist ein Singulare tantum und wird ohne unbestimmten Artikel gebraucht. Die einzelnen Teile des Messpropriums werden bei ihrem Gattungsnamen gerufen.

Das Wort Introitus = Eingang, Eintritt, Einzug, Einmarsch, Zugang hat denselben Wortstamm wie introibo, aber nicht weil der Psalm 43 damit beginnt: „Hintreten will ich zum Altare Gottes, zum Gott, der froh macht meine Jugend.“ Dies ist auch nicht der Text eines Introitus, den „ein kleiner Chor [= die Schola] singt“, sondern er gehört zu einer Communio. Der Vers ist auch aus dem früheren „Staffelgebet“ (Stufengebet) bekannt, dem Schrecken aller Ministranten, die kein Latein konnten.

Die Verbindung zu Gott kann, ohne dass die „musikalisch-liturgischen Geschmacksfragen“ geregelt sind, nicht funktionieren. Wie kann Gott mit mir in Verbindung treten, wenn ein „Gospelchor“ mit hämmernder instrumentaler Unterstützung seine NGLs mir aufzwingt. Die Stelle mit den „Kindern und Säuglingen“ (Ps 8,2 eigentlich 8,3) wird im Übrigen sehr unterschiedlich übersetzt. Alfons Deissler: „[Besungen] wird dein Glanz am Himmel / von der Kinder und Säuglinge Mund.“ Erich Zenger: „Aus dem Munde von Kindern und Säuglingen / hast du eine Festung errichtet / um deiner Widersacher willen, / um zum Aufhören zu zwingen Feinde und Rachgierige.“ Neue Einheitsübersetzung: „Aus dem Mund der Kinder und Säuglinge hast du dir ein Bollwerk errichtet / wegen deiner Gegner, * und zum Einhalten zu bringen Feind und Rächer.“

Anton Stingl jun.

Ist Jesus Christus noch der Herr?

Der Hymnus aus dem Philipperbrief, Kapitel 2, Verse 6-11 hat im Gotteslob 2013 seinen Platz gewechselt. 1975 wurde das Canticum seines Inhalts wegen an den Beginn der Gesänge von der Passion gesetzt (Nr. 174), 2013 schob man es an seinen liturgischen Platz in der Sonntagsvesper (Nr. 629,6). Außerdem hat man hier im Gegensatz zu anderen Stellen die neue Einheitsübersetzung verwendet, die zum Zeitpunkt der Bearbeitung des Gesangs (2008) noch gar nicht veröffentlicht war, sie kam erst 2016 auf den Markt. Daraus ergab sich die Konsequenz, dass die Bearbeitung von Walter Röder (1970) mit der alten Übersetzung nicht mehr verwendet werden konnte. Walter Röder ist übrigens das Pseudonym für einen Gruppe von Kirchenmusikern um Heinrich Rohr (1902‒1997). Mit dem alten Gesang verzichtete die GGB-Kommission, die für die neue Bearbeitung im Gotteslob verantwortlich zeichnete, auch auf den Kehrvers mit der zentralen Aussage des Hymnus „Jesus Christus ist der Herr zur Ehre Gottes, des Vaters“, der im Gotteslob 1975 als Rahmenvers vorgesehen war. In der neuen Fassung überlässt man den Vers am Ende der letzten Strophe dem Kantor. Anstelle des Rahmenverses wählte GGB als Kehrvers „Christus Sieger, Christus König“ mit der pseudogregorianischen Melodie von 1900, die man einen Ton tiefer setzte, um den Huldigungscharakter aus Hinkmars Lobgesang etwas abzuschwächen.

War es Zufall oder Absicht, dass die GGB-Vertonung in derselben Tonart steht wie 1975? Jedenfalls erleichtert es den Vergleich zwischen den beiden Fassungen ungemein. Dabei treten auch die Unterschiede der beiden Übersetzungen zu Tage. Da in der neuen Fassung der Kehrvers mit der zentralen Aussage wegfiel, musste zu Beginn der 1. Strophe das Personalpronomen Er durch Christus Jesus ersetzt werden. Diese zwei Worte stammen aus dem vorangehenden Vers 5 und sind notwendig, damit man versteht, um wen es hier geht. Die Walter-Röder-Gruppe (WRG) hatte im Vers 6 des Hymnus bei der Passage Er war Gott gleich, hielt aber nicht daran fest, wie Gott zu sein Anfang und Schluss vertauscht. Die Gruppe war ebenso verantwortlich für die Auslassung des Pronomens er vor entäußerte sich.

In der 2. Strophe schwächte die GGB das starke Wort Kreuz in der neuen Einheitsübersetzung durch die die altertümelnde Wendung Kreuze.

Um eine eigene 3. Strophe zu profilieren, veränderte die WRG ohne Not den Schluss des Verses 9. Aus der größer ist als alle Namen wurde der jeden Namen übertrifft.

In der vierten Strophe hatte die WRG den Text nach Belieben umgestellt. Der ursprüngliche Text lautete in der alten wie in der neuen Übersetzung: damit alle im Himmel, auf der Erde und unter der Erde ihre Knie beugen vor dem Namen Jesu und jeder Mund bekennt.

Die Textentstellungen der WRG können natürlich nicht entschuldigt werden. GGB dagegen hat aus guten Gründen am Anfang zwei Worte ergänzt. Musikalisch gesehen spricht aber vieles für das Konzept der WRG. Es verwendet für den Hymnus ein dreiteiliges Modell, das „nicht für Vorsänger gedacht“ ist, „sondern wie die Gemeindepsalmodie für den abwechselnden Gesang der Gemeinde: Vorsänger – Alle, Sängerchor – Alle oder rechte Seite – linke Seite“ (Werkbuch II/1 zum Gotteslob). Mit dieser guten Absicht hatte die WRG allerdings die musikalische Auffassungsgabe von durchschnittlichen Kirchenbesuchern wohl überschätzt. Aus diesem Grund hat GGB den Text des Hymnus vollständig einem Kantor übergeben. Bei der Vertonung fallen aber verschiedene Ideen negativ auf. An einigen Stellen hat GGB wissentlich oder unwissentlich die Melodie ihres Vorgängers übernommen:

1. war Gott gleich, hielt aber nicht da(ran); Menschen gleich.
2. eines Menschen;
3. Darum hat ihn Gott ü(ber) al(le erhöht); (al)le Namen.
4. ihre Knie beugen; und jeder (Mund) bekennt:

Bei einzelnen Worten versuchte man ihren Bezug zueinander durch eine Tonhöhenbeziehung zu interpretieren, was im Gregorianischen Choral, auf den hier unzweifelhaft Bezug genommen wird, unüblich ist:

1. wie Gott zu sein – entäußerte sich: im Quintabstand,
2. Menschen – Tod: im Quintabstand,
3. Namen verliehen – alle Namen: im Quintabstand,
4. Himmel – Erde: im Oktavabstand.

An anderen Stellen werden bedenkenlos Pes-Figuren aus der Gregorianik bei Worten verwendet, die besonders hervorgehoben werden sollen: Kreuze, Namen, Jesu, Christus.  Die Strophe des Kantors  schließt leider nie mit dem Anfangston des Kehrverses, sondern jedes Mal mit einem anderen Ton: g, f, b. Der letzte Teil ist im Verhältnis zu den anderen zu lang und sollte ebenso aufgeteilt werden wie im Gotteslob 1975. Diese Mängel weist auch das ebenfalls von GGB gebastelte Credo Nr. 178 auf.

Nach dem Motto „Prüft alles und behaltet das Gute!“ (1 Thess 5,21) habe ich die Fassung von 1970 durch Recycling (= Wiederaufbereitung) auf den Stand der Einheitsübersetzung von 2016 gebracht. Damit erhält „Jesus Christus ist der Herr“ wieder seinen angestammten Platz.

Anton Stingl jun.