Ein Haifisch im II. Modus

In der Silvesternacht 2017 treffen sich der 77jährige AS und sein 26jähriges Alter Ego. Sie sprechen in Fortsetzung der „Silvestergespräche eines Sechsecks“ über sieben Lieder, die AE im Jahre 1966 für das das „Kirchenlied II“ komponiert hat. Dieser zweite Band sollte das legendäre „Kirchenlied  I“ von 1938 mit neuen Psalm- und Christusliedern ergänzen und das Liedgut im Gemeindegottesdienst bereichern.

AS: Erzähl mir doch, wie es zu diesem Auftrag gekommen ist.

AE: Mit der Familie des Herausgebers Josef Diewald war ich gut befreundet. Als die Auswahlkommission jemanden suchte, der ihr die eingesandten Lieder vorsingen und vorspielen konnte, fiel die Wahl auf mich. Als nicht alle Kompositionen bei der Kommission allgemeinen Beifall fanden, wurde ich um meine Meinung gebeten. Das Ergebnis war, dass ich schließlich sieben Texte bekam, denen ich ein neues musikalisches Gewand geben sollte. Das erste der sieben Lieder war „Herr der Könige der Erde“ zum Fest der „Erscheinung des Herrn“.

AS: Ich erinnere mich, dass ich im Beitrag „Meine Gesangbücher“ über diese Geschichte bereits berichtet habe. – Wusstest du damals, wer der Mann war, dessen Text du vertont hast?

AE:  Nein. Ich habe nur den Text daraufhin kontrolliert, ob der Rhythmus in allen Strophen stimmt und der Höhepunkt immer an der gleichen Stelle liegt, was bei einem Strophenlied wichtig ist.

AS: Da kann ich dir also noch etwas Nachhilfeunterricht geben. Albert Höfer stammt aus Salzburg, hat zunächst in Salzburg Philosophie und Theologie, später in München u.a. bei Romano Guardini, in Wien und Graz ebenfalls Theologie studiert und wurde 1959 zum Priester geweiht. Es folgten 1963 die Promotion und 1966 die Habilitation mit dem Thema „Biblische Katechese“. In dieser Zeit entstanden die Liedtexte für das Kirchenlied II.  Nach seiner vollständigen Erblindung 1977 arbeitete er als Gestaltpsychologe.

AE:  Gestaltpsychologe?

AS: Ein wichtiger Satz in der Gestaltpsychologie ist: „Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile“.

AE: Aha! Wenn du so fleißig recherchiert hast, dann hast du sicher auch herausgefunden, worauf sich der Text von Albert Höfer stützt.

AS: Ja, er bezieht sich fast ausschließlich auf die Bibel. Ich habe zu jeder Strophe die Bibelzitate aufgelistet, die zum Text einen Bezug haben.

1. Herr der Könige der Erde, dein ist die Gewalt und Macht; Herrschaft ruht in deinen Händen, Ruhm und königliche Pracht; und durch eines Sternes Strahlen machst du helle unsre Nacht.

  • Herrscher über die Könige der Erde. (Offb 1,5)
  • Ihm … gebührt die Herrlichkeit, Hoheit, Macht und Gewalt. (Jud 25)
  • Preist den HERRN, …, an jedem Ort seiner Herrschaft.(Ps 103,22)
  • Deine Mauern nennst du Heil und deine Tore Ruhm. (Jes 60,18)
  • Hoheit und Pracht ist sein Walten. (Ps 111,3)
  • Wir haben seinen Stern aufgehen sehen. (Mt 2,2)

2. Sei gepriesen, der mit Sündern zu dem Bad der Taufe zieht! Du bist unter deines Vaters Wohlgefallen aufgeblüht: Dich hat er mit Kraft gesalbet, mit des Geistes Glanz durch­glüht.

  • Sie bekannten ihre Sünden und ließen sich im Jordan von ihm taufen. (Mt 3,6)
  • Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Wohlgefallen (Mk 1,11)
  • wie Gott Jesus von Nazaret gesalbt hat mit dem Heiligen Geist und mit Kraft (Apg 10,38)

3. Du die Quelle allen Lebens, du der Herr des Geistes bist, du das Haupt, von dem er nieder zu des Leibes Gliedern fließt und in unsre müden Herzen Hoffnung und Erquickung gießt.

  • Denn bei dir ist die Quelle des Lebens (Ps 36,10)
  • Dazu seid ihr berufen als Glieder des einen Leibes. (Kol 3,15)
  • …, damit ihr reich werdet an Hoffnung in der Kraft des Heiligen Geiste (Röm 15,13)
  • Kommt alle zu mir, die ihr mühselig und beladen seid! Ich will euch erquicken. (Mt 11,28)

4. Lass uns, Christus, deine Gäste bei dem Mahl der Freude sein! Wandle unsrer Mühsal Wasser wiederum zu bestem Wein, dass wir deine Glorie schauen und uns deines Glanzes freun!

  • Dort sollt ihr vor dem HERRN, eurem Gott, das Mahl Ihr sollt fröhlich sein, ihr und eure Familien, aus Freude über alles, was eure Hände geschafft haben. (5 Mo 12,7)
  • Dieser kostete das Wasser, das zu Wein geworden war. (Joh 2,9)

5. Du lässt uns beim Hochzeitsmahle ruhen von der Erde Mühn: sieh, in ungezählten Scharen die Erwählten zu dir ziehn, tragen singend deinem Throne ihres Lobes Gaben hin.

  • Selig, wer zum Hochzeitsmahl des Lammes eingeladen ist! (Offb 19,9)
  • Danach sah ich und siehe, eine große Schar aus allen Nationen und Stämmen, Völkern und Sprachen; niemand konnte sie zählen. (Offb 7,9)
  • Und sie sangen ein neues Lied vor dem Thron … (Offb 14,3)

6. Betet an und bringet wieder Weihrauch unserm großen Gott! Huldigt ihm mit reinem Golde, wie man es dem König bot! Weiht der Myrrhe heil’ge Gabe seinem Grab und seinem Tod!

  • Dann holten sie ihre Schätze hervor und brachten ihm Gold, Weihrauch und Myrrhe als Gaben dar. (Mt 2,11)

AE: Ich hatte damals nicht gesehen, wie Albert Höfer beispielhaft die Intention der Herausgeber erfüllte, neue Liedtexte zu schaffen, die direkt aus der Bibel schöpfen und den Bezug zum Menschen herstellen. Eine Frage noch: Wie hast es in der kurzen Zeit vom 29. Dezember bis jetzt geschafft, die Zitate aufzuspüren?

AS: Das Internet und BibleServer.com machen es möglich. Man findet dort sogar die Einheitsübersetzung 2016. – Jetzt musst du mir aber erzählen, wie du beim Komponieren vorgegangen bist.

AE: Nach Robert Schumanns Haus-und Lebensregeln ist der erste Einfall der beste. Mir jedenfalls fiel damals, als ich den Text las, sofort die Melodie der Moritat von Mackie Messer ein.

Mackie Messer g

AS: Ah, ich sehe schon. Du hast nur den Anfang und den Schluss der Melodie benutzt.

AE: Ohne den balladenhaften punktierten Rhythmus und die drehleierartigen Wiederholungen. Dafür mit Imitationen und im Schlussteil mit Umkehrungen des Motivs. Es war immerhin ein Teil eines Ohrwurms, von dem Martin Luther auch gesagt hätte, man dürfe ihn nicht dem Teufel überlassen.

AS: War dir damals schon klar, dass du damit eine Melodie im II. Modus geschrieben hast, die am Erscheinungsfest im Introitus „Ecce advenit dominator Dominus“ (Sie, es kommt der Herrscher, der Herr) und im Alleluia „Vidimus stellam eius“ (Wir sahen seinen Stern) verwendet wird? Da hast du also mit der Tonart voll ins Schwarze getroffen, obwohl Adam von Fulda im 15. Jahrhundert behauptete, der II. Modus sei nur für die Traurigen.

AE: Hinterher ist man immer schlauer. Aber sag, was hast du eigentlich mit diesem Lied zu tun?

AS: Das will ich dir erklären. Das „Kirchenlied II“ fand nach seinem Erscheinen 1967 keine große Verbreitung, weil bereits 1975 das „Gotteslob“, das gemeinsame Gesangbuch für alle Diözesen, erschien. Im Bistum Hildesheim wurde das Lied „Herr der Könige der Erde“ als einziges deiner Lieder in den Diözesaneigenteil aufgenommen. Bei der Neuauflage 2013 blieb es erhalten und ich durfte einen Orgelsatz dazu anfertigen. Ich hoffe, er findet deine Zustimmung.

Herr der Könige der Erde (Stingl)

AE: Na ja, ein bisschen traditionell ist er schon! Aber ich höre auch Anklänge an Hindemith. Sehr schön, dass sich der Bass meist schrittweise bewegt und im viert- und drittletzten Takt Imitationen der Melodie zeigt.

AS: Es ist gleich zwölf Uhr. Womit wollen wir auf das Neue Jahr anstoßen? Die Weisen aus der sechsten Strophe hatten nur Gold, Weihrauch und Myrrhe dabei, aber nichts zum Anstoßen.

AE: Nehmen wir doch den Gutedel, den unser komponierender Vater so gerne trank. Auf dem Etikett stand der schöne Spruch: “In allen Lebenslagen trink Wein von Zirlewagen!“

AS und AE: Auf die vergangenen 63 Beiträge und darauf, dass uns im Neuen Jahr möglichst viel Kunst und wenig Kitsch begegnen!

Mit NGLs zum Exit

Im vergangenen Monat verstarb im Alter von 84 Jahren ein Pfarrer, den ich samt seiner Familie von Jugend an gut kannte. Deshalb sollte ich auf Wunsch der Familie bei seinem Requiem die Orgel spielen. Die Leitung des Gottesdienstes hatte ein jüngerer Amtskollege, dem der Verstorbene als Subsidiar im Ruhestand beigestanden hatte. Zu meiner und auch seiner Familie Überraschung sah der vorgesehene Liedplan eine größere Anzahl von neuen geistlichen Liedern (NGLs) vor, die wohl dem fortschrittlichen Verständnis des Zelebranten entsprachen, nicht aber der Erwartung der Gottesdienstbesucher bei einem solchen Anlass.

Das Requiem sollte mit „Herr, du bist mein Leben“ (GL 456) nach dem italienischen Canto liturgico „Symbolum 77“ (Tu sei la mia vita) in der deutschen Übertragung von Christoph Biskupek eröffnet werden.

https://youtu.be/A4UaYX8leD4

Das Stichwort für die Auswahl dieses Lied war offenbar die Formulierung in der dritten Zeile der zweiten Strophe: „Dein Weg führte durch den Tod in ein neues Leben“. Bereits im Mittelalter hatte man den Todestag eines Heiligen als „Geburtstag“ zum ewigen Leben bezeichnet.

Zur Gabenbereitung war das Lied „Wenn das Brot, das wir teilen, als Rose blüht“ (GL 470) vorgesehen, dessen Textanfang an das Rosenwunder der Hl. Elisabeth anknüpft und ohne diesen Hinweise nur schwer verständlich ist.

https://www.youtube.com/watch?v=uSYmuqzPWr4

Das „Brot“ in der ersten Strophe sollte wohl die Verwendung zur Gabenbereitung motivieren, in der „Brot und Wein zum Altar gebracht werden“. Aber erst in der 5. Strophe wird der eigentliche Bezug klar: „… und der Tod, den wir sterben, vom Leben singt …“. Ein schönes Bild vom singenden Tod!

Die Messfeier sollte mit dem Lied „Gott gab uns Atem, damit wir leben“ (GL 468) aus dem Evangelischen Gesangbuch  enden. Sein Text stammt von dem in der evangelischen Jugendarbeit tätigen Eckart Bücken und seine Melodie von dem evangelischen Pfarrer Fritz Baltruweit.

https://www.youtube.com/watch?v=4hrUkSrLqRg

Vom Dank ist hier aber nicht die Rede, sondern hauptsächlich vom Umweltschutz. Man beachte die Melodie, wie elegant die Bruckner-Triolen in der zweiten Zeile das eintönige „tam-ta-ta-tam-tam“ unterbrechen.

Weil der Vorsteher der Liturgie sich so sehr bemühte, im Requiem den Geist der neuen Zeit wehen zu lassen, wurde zwei seiner fünf vorgeschlagenen „neuen“ Lieder doch noch in die Endfassung übernommen. Das Lied „Größer als alle Bedrängnis“ (GL 854 Freiburg/ Rottenburg) war die Antwort auf die Lesung. Der Text der Benediktinerin Silja Walter passt zusammen mit der Melodie der ehemaligen Freiburger Münsterorganistin Barbara Kolberg gut zu den Worten der Lesung aus dem Philipperbrief (3,10-14): „So hoffe ich, auch zur Auferstehung von den Toten zu gelangen“.

Von Trauer ist hier nichts zu spüren,  denn „dein Leben will singen aus Tod und Misslingen“. Die Melodie möchte diesen Affekt rhythmisch durch das bekannte tam-ta-ta-tam-tam zum Ausdruck bringen und melodisch durch den Quartsprung auf „Dein Leben“ und den Sextsprung auf den „Tod“. Diese Sprünge werden noch getoppt durch  den Septsprung auf „du bringst“. Dagegen fällt das Achtelgenudel auf den Silben von „Halleluja“ etwas ab. Die „Erkennungsmelodie des Christen“ (Kardinal Joachim Meisner) hätte etwas Besseres verdient.

Zum Schluss wurde das andere „neue“ Lied gesungen, dessen Text einer „alten“ Melodie unterlegt ist. „Vertraut den neuen Wegen“ (GL 860 Freiburg/Rottenburg) stammt wie GL 468 aus dem evangelischen Gesangbuch.

Statt auf „den neuen Wegen“ in das „gelobte Land“ zu gehen, begleitete man anschließend den Sarg zusammen mit  21 Mitbrüdern des Verstorbenen auf dem altbekannten Weg zum Friedhof. Wenn ich noch einmal an das Durchschnittsalter der Trauergemeinde denke und an jenen Mann, der während des Gottesdienstes bei mir auf der Orgel auftauchte und mir unaufgefordert die Noten umblätterte und sich am Ende den Zettel mit dem Liedprogramm erbat, und dann mit voller Überzeugung sagte: So hätte sich der Verstorbene sein Requiem gewünscht, dann weiß ich jetzt: Der Einsatz hat sich gelohnt.

Anton Stingl jun.

Ein Halleluja für den Brexit

Das gab es noch nie! Am Freitag in der 27. Woche, an dem es in der Lesung aus Joel heißt: „Der Herr ist nahe“ und im Evangelium aus Lukas: „…dann ist das Reich Gottes zu euch gekommen“, hatte ich als Danklied „Herr, mach uns stark im Mut, der dich bekennt“ mit der Melodie „For all the saints“ von Ralph Vaughan Williams (GL 552) ausgewählt. Den zugehörigen Satz im Orgelbuch, der ebenfalls vom Komponisten stammt und mit seinen durchlaufenden Vierteln im Bass nicht ganz einfach zu spielen ist, hatte ich besonders studiert.

Beim Spiel hielt ich mich an den Tempovorschlag im Orgelbuch: Viertel = 96. Das löste ungeahnte Reaktionen aus. Schon beim Begleiten merkte ich, dass einige der eifrigen Kirchensängerinnen und –sänger bei den punktierten und den ganzen Noten versuchten, mich als Langsamfahrer links zu überholen. Das war eine ganz neue Erfahrung für mich, der wie weiland Johann Sebastian Bach für flotte Tempi bekannt ist. Die größte Überraschung jedoch erwartete mich , als ich nach dem Postludium meine sieben Sachen an der Orgel (Brille, Gesangbuch, Mikrofon, Orgelbuch, Orgelschuhe, Notentasche, Orgelschlüssel) versorgt hatte. In der Sakristei harrte ausnahmsweise noch mein Pfarrer aus und meinte, dass ich das Danklied viel zu langsam begleitet hätte. Er sang mir vor, in welchem Tempo er sich das Lied vorstelle. Ich war schon ein bisschen darüber enttäuscht, dass man so auf die Nase fallen kann, wenn man sich an die Tempovorgaben des offiziellen Orgelbuchs hält.

Wo liegt das Problem? Tatsächlich singen die Anglikaner ihre Hymne „For all the saints“ zwei Striche schneller: Viertel = 104. Das kann man in den verschiedenen Aufnahmen bei YouTube nachprüfen.

Plymouth Choir and Congregation

HIMaachen

David McWilliams

Dass dieses Tempo wirklich gemeint ist, sieht man bei dem Dirigenten der ersten Aufnahme, der deutlich die Viertel schlägt. Aber leider  war das immer noch nicht jenes Tempo, das meinem Pfarrer vorschwebte, der – 25 Jahre jünger als ich – offensichtlich unheilbar mit NGL infiziert ist. Ich begann deshalb nach deutschen Aufnahmen zu suchen.

Mädchenkantorei am Müncher Dom und Müncher Domsingknaben, Halbe = 66.

Mädchen der Chorsingschule Himmelfahrt, Mülheim/Ruhr-Saarn, Halbe = 72.

Bei diesem Tempo können tatsächlich die Viertel nicht mehr geschlagen werden, sondern der Dirigent muss zum Schlag der Halben übergehen. Unter dieser Maßnahme leiden zwangsläufig die Stellen mit den Achtelnoten. Anstelle von feierlichem Hymnuscharakter breitet sich eiliges Geschnatter aus. Anstelle von historisch informiertem Singen, wird das Lied einfach heruntergenudelt. Das Halleluja wird zur Karnevalsveranstaltung.

Nun ist klar, warum die Briten im Stammland der anglikanischen Kirche mit der EU und speziell mit den liturgisch beschleunigten Deutschen, die ihre Hymne verhunzen, nichts mehr zu tun haben wollen. Mit des Komponistene Ralph Vaughan Williams Fantasie on Greenleeves schicken sie uns noch einen letzten Gruß von der Insel.

Anton Stingl jun.

Komm, Herr, mach mich schlau

Bei einer Orgelvertretung lernte ich jüngst das Lied „Komm, Herr, segne uns“ des evangelischen Theologen Dieter Trautwein kennen, das neu in das Gotteslob aufgenommen wurde (GL 451). Von den zwanzig Liedern, die Trautwein im Laufe seines Lebens verfasst hat, war offenbar „Komm, Herr, segne uns“ sein wichtigstes, denn mit ihm beginnt der Titel seiner Lebenserinnerungen: „Komm Herr segne uns! – Lebensfelder im 20. Jahrhundert“, an denen er bis zum Tag vor seinem Tod im November 2002 gearbeitet hat. Im Gotteslob 2013 ist es als ökumenisches Lied gekennzeichnet, denn es wurde durch den Evangelischen Kirchentag 1979 bekannt und 1996 in das Evangelische Gesangbuch (Nr. 170) aufgenommen. Im internationalen ökumenischen Liederbuch „Thuma mina“ ist es in zehn Sprachen vertreten.

Woher kommt der Erfolg dieses Liedes? Ist es die Sprache des Textes oder ist es die Melodie, die der Textdichter selbst komponiert hat? Mich beschlich eher Unbehagen ob des Textes und der Melodie. Durch Analyse und Recherche versuchte ich daraus schlau zu werden.

Der Autor greift bei seinem Text meist auf bekannte Begriffe zurück, die jeder im Ohr hat oder die ihn selbst betreffen. Betrachten wir das Wort trennen. Vor ihrer Trennung haben sich viele Paare schon gefragt: „Passen wir zusammen oder sollen wir uns trennen?“. Das Wort vom Bekennen wird von vielen in den Mund genommen, z.B. von Mercedes-Benz: „Wir bekennen uns zu unserer Gesamtverantwortung und nehmen diese Aufgabe wörtlich: Wir analysieren die Umweltverträglichkeit […]. Die Formulierung die Deinen sind in Kirchenliedern ein beliebtes Pronomen:

Die Deinen, Herr, sind lauter Gnadenwunder, du herrlicher und wunderbarer Gott!
Jesu, all´ die Deinen lieben dein Erscheinen in der Herrlichkeit.
O Vater, sieh die Deinen vor Dir sich hier vereinen zu kindlichem Gebet.
O wie lieb ich, Herr, die Deinen, die dich suchen, die dich meinen; o wie köstlich sind sie mir!
Schütze die Deinen, die nach dir sich nennen und dich, o Jesu, vor der Welt bekennen. Text: Johann Samuel Diterich (1765), Matthäus Apells von Löwenstein (1644).

Im zuletzt genannten Liedtext, der bereits aus der Barockzeit stammt, findet sich das Motiv des Bekennens („überall“ =  „vor der Welt“) wieder. Das Begriffspaar „Lachen oder Weinen“ ruft unwillkürlich die Erinnerung an ein Lied von Franz Schubert mit dem Text von Friedrich Rückert hervor: „Lachen und Weinen zu jeglicher Stunde ruht bei der Lieb auf so mancherlei Grunde.“

Mit der Formulierung Keiner kann allein Segen sich bewahren in der zweiten Strophe steht Trautwein ziemlich allein. Auch die Fortsetzung erschließt sich nicht auf den ersten Blick: Weil du reichlich gibst, müssen wir nicht sparen. Da sagt der Bürgermeister bei der Aufstellung des neuen Haushaltsplans seinem Gemeinderat etwas anderes: „Wir müssen sparen, sparen, sparen, ob uns das nun passt oder nicht!“ Und die Webseite „Tipps, Tricks und Rezepte“ führt aus: „Müssen wir nicht alle sparen?“ und „Was gibt es Schöneres, als auf ein Ziel hin zu sparen?“ Zum Thema Schadensheilung gibt es noch andere Rezepte: „Dr. Wolfgang Feil empfiehlt: Humor hilft heilen.“

In der dritten Strophe wechselt Trautwein das Thema. Bei Frieden gabst du schon, Frieden muss noch werden denkt der bibelfeste Kirchenbesucher sofort an: „Frieden lasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch. Nicht gebe ich euch, wie die Welt gibt.“ (Joh 14,27). Beim Wohl auf Erden führte mich Prof. Google zunächst in die Irre: „Was gleicht wohl auf Erden dem Jägervergnügen?“ Dieses Zitat aus dem Freischütz von Carl Maria von Weber hatte Google nur gefunden, weil Groß- und Kleinschreibung nicht auseinandergehalten werden. Das nächste Zitat kommt der Sache schon etwas näher: „… auf dass dir’s wohl gehe und du lange lebest auf Erden. (Eph 6,3; 5 Mose 5,16). Aber vermutlich meint Trautwein jene Stelle aus der Weihnachtsbotschaft der Engel: „… und Friede auf Erden den Menschen seines Wohlgefallens.“ (Lk 2,14). Das Wort erspähen erinnert mich an „Er suche Frieden und jage ihm nach.“ (1 Petr 3,11) Hier wird allerdings expressis verbis ausgedrückt, was wir tun sollen. Das fehlt im Liedtext. Die Werbung für intuitives Bogenschießen drückt es so aus: „Wir lieben, was wir tun. Durch den Wald streifen, das Ziel erspähen, sich daran erfreuen, eins mit Bogen und Pfeil werden.“ Trautweins letzter Griff in die Bibelkiste wird leider ein Schlag ins Wasser. „Die mit Tränen säen, werden mit Jubel ernten“ heißt der vollständige Vers 5 von Psalm 126. Ein durch die Mottete von Heinrich Schütz so bekanntes Bibelzitat darf durch die nichtssagende Formulierung „werden in ihm ruhn“ nicht entstellt werden.

Um auf das Sparen zurückzukommen, die Herausgeber hätten sich die vierte Strophe sparen können. Sie hätten einfach 4. = 1. schreiben können, denn die vierte Strophe ist nichts anderes als die Wiederholung der ersten Strophe. Die drei Strophen sind nichts anderes als eine Paraphrase des aaronitischen Segens: „Der HERR segne dich und behüte dich; der HERR lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig; der HERR hebe sein Angesicht über dich und gebe dir Frieden.“ (4 Mo 6, 24-26)

Wenden wir uns der Melodie zu. Die Eröffnung der Melodie mit dem Paukenmotiv „Quarte abwärts – Quarte aufwärts“ ist eigentlich Texten vorbehalten, in denen zum Gesang vor dem Herrn aufgerufen wird, wie in dem Kehrvers „Singt dem Herrn alle Länder der Erde“ (GL 376) oder im „Gloria“ aus der H moll-Messe von Johann Sebastian Bach. In „Singt dem Herrn ein neues Lied“ (GL 409) sind sogar die ersten 5 Noten mit unserem Lied identisch. Das Motiv taucht auch am Schluss bei „seinen Ruhm“ noch einmal auf. Im Kehrvers „Du bist Licht und du bist Leben“ (GL 373), dessen Melodie dem Osterlied „Halleluja lasst uns singen“ (FR 796) nachempfunden wurde,  setzten die 5 Töne erst nach zwei zusätzlichen ein. Während in all diesen Beispielen Viertel- bzw. Achtelnoten dem Motiv einen drängenden Charakter verleihen, machen die Halben bei Komm, Herr, segne uns den Eindruck, als ob der Herr sich noch Zeit lassen kann mit seinem Kommen. Nicht nur die Vertonung mit dem Paukenmotiv, sondern auch die Formulierung Komm, Herr, segne uns ist der Segenssituation nicht angemessen. Die Formulierungen im alten Gesangbuch, die sich alle auf Advent und Wiederkunft beziehen, klingen da viel ehrfürchtiger: „Sei uns willkommen, Herre Christ“ (131), „Komm, Herr Jesu, komm, führ die Welt“ (568), Komm, Herr Jesus, komm zur Erde (565), „Komm, Herr, komm und erlöse uns“ (118,3), „Komm, o Herr, und bring uns deinen Frieden“ (118,4). Diese Gesänge sind alle aus dem Gesangbuch verschwunden. Im neuen Buch findet sich außer „Komm, Herr, segne uns“ nur noch der Kehrvers „Komm Herr Jesus, Maranatha“ (GL 634,6). Im Diözesanteil Freiburg/Rottenburg gibt es außerdem noch den Kanon „Komm, Herr Jesu, sei unser Gast (FR 709).

Punktierungen werden in der Melodie zweimal verwendet, die  ihre Wirkung, nämlich das Spannen des rhythmischen Bogens, nicht verfehlen: Nie sind wir allein – Lachen oder Weinen – Segen kann gedeihn – Hilf, dass wir ihn tun. Nur bei dem Zitat „die mit Tränen säen“ trifft es mit dem Pronomen das falsche Wort.

Die abwärtsgehende Tonleiter bei „stets sind wir die Deinen“ ändert beim letzten Ton ihre Richtung und schwächt somit die Bedeutung des wichtigen Wortes „die Deinen“ ab. Man vergleiche bei „Nun saget Dank und lobt den Herren“ (GL 385) in der fünften Zeile, welche Wirkung die Tonleiter bis zum tiefsten Ton c auf das letzte Wort ausübt: verkünden, Gerechten, singen, Herren.

Brauchen wir dieses Lied überhaupt? Obwohl das Lied im Evangelischen Gesangbuch unter dem Abschnitt „Eingang und Ausgang“ steht, ist in den Agenden der Evangelischen Landeskirchen offiziell kein Platz für ein Segenslied vorgesehen. Im traditionellen Gottesdienst der katholischen Kirche ist der Gesang zur Kommunion der letzte Gesang des Gottesdienstes. Da nun aber meist zur Kommunion die Orgel spielt, wurde ein Danklied nach der Kommunion eingeführt. Bei besonderen Gelegenheiten wie z.B. Patrozinium kann nach dem Segen noch ein Lied gesungen werden. Wo ist da noch Platz für ein Segenslied? Und ehrlich, der Priester spricht auch ohne Segenslied „den Gläubigen die begleitende Nähe Gottes“ (GL 591) zu.

Anton Stingl jun.

Gegen den Strich

Neulich bat mich ein befreundeter CD-Verlag, für eine CD mit Gregorianischen Gesängen für die Hochfeste Dreifaltigkeit, Fronleichnam, Herz Jesu, Christkönig und Kirchweih eine passende Initiale für das Cover zu suchen. Da Kirchweih das älteste dieser Feste ist, begann ich dort in den Handschriften zu suchen. War es der Umstand, dass der Introitus dieses Festes mit „Terribilis locus iste“ (Voll Schauer ist dieser Ort) beginnt, dass der Leiter der Schola mit dieser Auswahl nicht zufrieden war? Oder wollte er, dass ich passend zur Headline der CD „Caritas Dei diffusa est“ (Gottes Liebe ist ausgegossen) etwas suche? Es ging mir schon gegen den Strich, dass meine Mühe umsonst war. Ich überlegte, wie ich die schönen Bilder aus früheren Jahrhunderten, die ich gesammelt hatte, doch noch recyceln könnte. So beschloss ich, die Bilder den Strichzeichnungen der Kölner Künstlerin Monika Bartholomé, die sie für das Gotteslob 2013 angefertigt hatte, gegenüberzustellen, um zu zeigen, welcher Wandel in der Illustration von Gesangbüchern eingetreten ist: Kunst und „Kunst“ im Kirchenliederbuch.

Graduale St. Gallen 15. / 16. Jh.

Gotteslob S. 75

Graduale Köln · 1330-1335

Gotteslob S. 279

Graduale des Johannes von Valkenburg, Köln 1299

Gotteslob S. 373

Graduale gegen 1360 Köln

Gotteslob S. 461

Graduale, Soest, [15. Jh.]

Gotteslob S. 469

Graduale, Marienfrede, [15. Jh. / 16. Jh.]

Gotteslob S. 535

Graduale · Oberrhein · 14. Jh.

Gotteslob S. 541

Goldene Hochzeit

Es muss an meinem Alter liegen, dass sich die Einladungen zur Goldenen Hochzeit gerade häufen. Auf eine von ihnen freue ich mich ganz besonders, durfte ich doch mit einem Singkreis und mit Orgelmusik die Grüne Hochzeit umrahmen. Unlängst feierten in meiner Gemeinde gleich fünf Paare am Freitagabend gemeinsam ihre Goldene Hochzeit zusammen mit zwei Personen, denen der Partner bereits in die Ewigkeit vorausgegangen war. Sie wünschten sich aus diesem Anlass ein besonderes Liedprogramm, das hauptsächlich von gleichaltrigen Textern und Liedermachern stammte. Mit der Melodie „Unser Leben sei ein Fest“ (GL 715 Freiburg/Rottenburg) von Peter Janssens (1934−1998) swingte sich die Goldene Hochzeitsgesellschaft in den Gottesdienst ein. War ihr Leben immer „ein Fest“?

Beim Kyrie mit der ukrainischen Melodie und den schlichten Klängen von Heinz Martin Lonquich *1937 (GL 155) kam die von den Synkopen aufgewühlte Gemeinde wieder zur Ruhe. Zum „Halleluja“ mit der Melodie von Fintan O’Caroll 1981 und Christopher Walker 1985 (GL 175,6) konnten dann alle von Herzenslust schunkeln. Nach der Segnung der Ringe wurde der Gesang etwas traditioneller. Da alle „Fest“-Teilnehmer sehr musikalisch waren, gelang der Kanon „Lobet und preiset“ unter Pfarrers Leitung auf Anhieb. Mit einem mehr ernsten Ton stimmte das nachfolgende Lied „Wir weihn der Erde Gaben“ (GL 187) mit dem Text vom Petronia Steiner 1943/1993 auf die Gabenbereitung ein.

Lass rein uns vor dir stehen,
von seinem Blut geweiht,
durch Kreuz und Not eingehen
in deine Herrlichkeit.

„Kreuz und Not“ in diesem Text ließen die anfängliche Vorstellung vom Leben als ein Fest doch nur als frommen Wunsch erscheinen. Fetzige Festfreude kam dann wieder auf bei „Heilig, heilig bist du“ von Klaus Lohrbächer (GL 744 Freiburg/Rottenburg). Köstlich, die Schluckaufsynkopen bei Ihm sei Lob und – Ehr erwiesen und Hosianna – dem Messias!

https://www.youtube.com/watch?v=uJcEiXI9b_g

Weil die Feier am ersten Freitag im Monat stattfand, wurde am Ende des Gottesdienstes des Herzens Jesu gedacht und der eucharistische Segen erteilt. Mit Rücksicht auf die evangelischen Paare wählte man zur Aussetzung des Allerheiligsten ein Lied aus der ökumenischen Liste. Zwei von acht Strophen aus „Gott ist gegenwärtig“ mit dem Text von Gerhard Tersteegen 1729 und der Melodie von Joachim Neander 1680 (GL 387 ö) waren genug, denn die Paare wollten ja nach der Messe noch weiterfeiern. Auch zum Schluss nahm man Rücksicht auf die evangelischen Mitchristen. Zum Gruß an Maria suchte man nicht irgendein Marienlied aus, sondern Marias eigenes Lied, das „Magnificat“, das auch Martin Luther sehr geschätzt hat. Ob ihm allerdings die Vertonung von Jacques Berthier (1923−1994), ein Gesang aus Taizé (GL 390), gefallen hätte, ist fraglich. Der lateinische Text aus Lukas 1,46 lautet Magníficat ánima mea Dóminum, wie es in 631,8 richtig zu lesen ist. Entweder kannte sich der Komponist mit der lateinischen Betonung nicht aus oder er ignorierte sie absichtlich. Wohl aus diesem Grund haben die Herausgeber die Akzente einfach weggelassen. Das Wort Magníficat tritt nie mit der richtigen Betonung auf, sondern immer nur als gnificat. Das nachfolgende Wort ánima ist zunächst mit der Betonung auf der zweiten Silbe vertont. Beim nächsten Auftreten wird zwar die erste Silbe richtig betont, aber durch die Melodieführung ist die letzte Silbe ungebührlich stark herausgehoben, sodass eine falsche Betonung entsteht: animá.

Nach Glückwunsch und Entlassgruß des Pfarrers entließ ich die Jubelpaare mit einem kurzen und schmerzlosen Dialogue von Jacques Boyvin (um 1653−1706) zu ihrem Festmahl.

Anton Stingl jun.

Stadt Land Orgel

Das Spiel „Stadt, Land, Fluss“ kennt wohl jeder und hat bestimmt schon einmal verzweifelt nach einem Land mit dem Anfangsbuchstaben Y gesucht. Im Zeitalter des Wort-Recyclings steht der Spieletitel Pate bei der Kochserie „Stadt, Land, Lecker“, bei der Krimi-Fernsehserie „Stadt, Land, Mord“ oder bei der Spielvariation „Stadt, Land, Fußball“. Und jetzt auch noch „Stadt, Land, Orgel“! Gibt es wie bei der Breitbandversorgung auch bei einer Orgel einen Unterschied zwischen Stadt und Land? Während in der Stadt fast überall Orgeln stehen, die nicht älter als 50 Jahre sind und an deren Spieltisch man sich auch mit den Füßen sofort auskennt, finde ich in aller nächster Nähe drei Dorforgeln, deren Entstehung ins vorletzte Jahrhundert reicht und bei denen das Pedal so versetzt ist, dass man nur auswendig spielen kann, um die Füße zu kontrollieren. Oder der Tastenabstand ist größer als normal, sodass die innere Geometrie versagt.

Welche Auswirkung hat dieses Handicap auf den Gesang? Da der Dorforganist auf seiner Orgel die Tasten aus bekannten Gründen langsam schlagen muss, singt die Gemeinde ebenfalls langsam. Der Orgler ist sogar froh, wenn die Gemeinde zusätzliche Pausen einlegt. Unterstützung bekommt er von einem Pfarrer am Mikrofon, der noch nie etwas von „Atemlos durchs Gotteslob“ gehört hat. Seltsam nur, dass dieselbe Gemeinde eine Woche später bei einem andern Geistlichen ohne Extrapausen fast so flott singt wie die Gemeinde in der Stiftskirche Schlägl im Mühlviertel in Oberösterreich. Da können wir Piefkes von den Österreichern noch etwas lernen. Es scheint doch am Organisten und seiner Ausbildung zu liegen. Als ich in den 70er-Jahren des letzten Jahrhunderts in Bühl (bei den Zwetschgen!) C-Kurse für Organisten abhielt, war der Andrang riesig. Aber die Kurse sollten nur im Winterhalbjahr laufen mit der Begründung, dass die Bauern im Sommer keine Zeit hätten. Also, ich sah bei den bis zu 30 Personen, die sich anmelden wollten, keine einzige, die aus der Landwirtschaft kam.

Es gibt auch noch andere Auswirkungen. Die Bezahlung für Organisten auf dem Land ist schlechter als in der Stadt. In der Stadt hat sich die Verrechnungsstelle irgendwann vor 30 Jahren notiert, dass ich am 27.4.1964 die Hochschulprüfung für katholische Kirchenmusik abgelegt habe. Die für das Land zuständige Verrechnungsstelle weigert sich jedoch, diesen Vorgang zur Kenntnis zu nehmen. Wenn nun jemand meint, dass Bürokratie eine typisch katholische Angelegenheit sei, der irrt. Als ich 2001 in einer Winzergenossenschaft einen evangelischen Gottesdienst auf dem elektronischen Nudelbrett begleitete, bekam ich zu meinem Honorar einen Sozialversicherungsausweis, obwohl ich als treuer Beamter Baden-Württembergs pensionsberechtigt bin.

In der Diskussion um die Breitwandversorgung hört man oft das Argument, dass es gut sei, wenn es noch Rückzugsgebiete gebe. Das scheint mir sehr egoistisch gedacht zu sein. Was die Kirchenmusik anbelangt, sollten Stadt und Land gleichziehen! In jeder Kirche sollte der musikalische Standard so sein, dass der Ausspruch von Louis Armstrong überall zutrifft: „Den Rhythmus habe ich in der Kirche gelernt.“

Anton Stingl jun.